Hier pulsiert die Lebenswissenschaft: 5. Life Science Start-up Day
Hier pulsiert die Lebenswissenschaft: 5. Life Science Start-up Day

23. Februar 2024

Life ScienceEntrepreneurship

Beim Life Science Start-up Day 2024 sind Themenvielfalt und Forschungsqualität die Aushängeschilder für eine ganze Region und die Medizin von morgen

Am 22. Februar 2024 erlebten mehr als 250 Besucher gleich fünf Programm-Highlights. Dazu zählten fünf Fragen an Wirtschaftsminister Olaf Lies, jeweils fünf Start-up-Pitches am Vor- und Nachmittag und fünf Areas für Workshops und den direkten Austausch. Die Keynote von Motivationstrainer Daniel Engelbrecht, dem ersten deutschen Fußballprofi mit implantiertem Defibrillator, rundete die Veranstaltung mit der Erkenntnis ab, dass Start-ups sich auch von Rückschlägen nicht aufhalten lassen sollten, wenn es darum geht, ihren beruflichen Traum zu verwirklichen.

Auf der Partnerveranstaltung von Sartorius, Ottobock, der Life Science Factory sowie den Initiativen BioRegioN und startup.niedersachsen überraschten die Start-ups in diesem Jahr mit enormer Themenvielfalt und Forschungsqualität. Sie zeigten einmal mehr: Der Wissenschaftsstandort Niedersachsen ist nicht nur bundesweit bereits ein Schwergewicht, sondern auch international auf dem Weg nach ganz oben.

 

Drei Erfolgsgaranten auf einer Konferenz: Biotech, Medtech und KI

„Niedersachsen zeichnet sich durch regionale Kompetenzschwerpunkte aus, und in Göttingen bündeln wir gezielt die Expertise im Life-Science-Sektor“, leitete der Niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies die Veranstaltung ein. Entsprechend präsentierten potenzielle Anwärter ihr umfangreiches Know-how sowie beeindruckende Ergebnisse aus Forschung und Entwicklung auf der Gründungskonferenz in Göttingen: Von maßgeschneiderten, antiviralen Therapien über inhalierbaren Wirkstoffe, Organtransplantationen ohne Abstoßung, Präzisionsmedizin für neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer-Demenz bis hin zu KI-basierter Medizintechnik in der Herzchirurgie, personalisierten Wirkstoff-Implantaten oder Methodiken zur Unterstützung der Arzneimittel-Entwicklung – mit ihren Visionen, die sie erfolgreich mit Leben gefüllt haben, leisten die Start-ups einen entscheidenden Beitrag zur Innovationskraft der Region.

Gleichzeitig zeigte sich, wie groß das Bedürfnis der Akteure aus Wissenschaft und Wirtschaft und branchenspezifischen Investoren ist, sich auszutauschen. Folglich war das hohe Themeninteresse überall auf der Veranstaltungsfläche erlebbar. Ganz gleich, ob am Buffet, in den Austausch-Areas, Break-out-Sessions oder im KI-basierten Matchmaking-Format, die Teilnehmende auf Basis ihrer Interessen zusammenführte: Der Tag war geprägt von regen Gesprächen, Interaktionen und jeder Menge „Handshakes“. „Ein spannendes Format, das einen einfachen und direkten Austausch ermöglicht. Wir sind das nächste Mal gerne wieder

dabei“, fasste Jan Pietras vom Start-up myotwin zusammen. Das niedersächsische Ökosystem zu stärken und Göttingen als Gründungsstandort in den Life Sciences zu etablieren – dafür ist die seit fünf Jahren stattfindende Veranstaltung ein Beschleuniger.

 

Motor für noch mehr Gründungen: Rückenwind aus der Politik

Die fünf Fragen an Olaf Lies beleuchteten nicht nur rückblickend das Potenzial des Forschungsstandorts Niedersachsen und den stetigen Zuwachs an Gründungen. Es ging auch darum, in die Zukunft zu schauen und weitere Ausgründungen anzukurbeln. Olaf lies betonte die Notwendigkeit einer stärkeren Förderung von Forschung und Entwicklung in den Life Sciences, um die Wettbewerbsfähigkeit Niedersachsens weiter auszubauen.

 

Mehrwert für Start-ups: Vertiefter Austausch in Workshopgruppen

In den drei englischsprachigen Break-out-Sessions, die von Veranstaltungspartnern geleitet wurden, konnten Besucher zwischen „Industry“, „Funding“ und „Start-up Journey“ wählen und anschließend in Kleingruppen tief in die jeweilige Thematik eintauchen. Unter dem Dach „Industry“ widmeten sich Ottobock als Medtech- und Sartorius als Biotech-Experten den Mechanismen der Zusammenarbeit zwischen Start-ups und Unternehmen. Beim Thema „Funding“ gaben startup.niedersachsen und BioRegioN den Gründenden Raum, um Investoren Fragen zu Finanzierungsmodellen zu stellen. Und in der Session „Start-up Journey“ beleuchtete die Life Science Factory zusammen mit Neuwerk Legal und der Techniker Krankenkasse sämtliche Herausforderungen von Start-ups auf ihrer Reise von der Idee bis zur Gründung. „Dieses neuartige und interaktive Element erlaubt uns, noch tiefer mit den Teilnehmenden in den Austausch zu gehen und deren Fragen und Bedarfe gezielter zu adressieren“, betont Martin Strehle von der Life Science Factory.

 

„Herzrasen“: Daniel Engelbrecht über die drei Säulen der Zielerreichung

Der Life Science Start-up Day sollte nicht nur inspirieren, sondern angehenden Gründenden auch die Angst nehmen. Dass scheitern Start-up Kontext erlaubt und sogar gewünscht ist, zeigte die Keynote von Daniel Engelbrecht. Für ihn ist einer der Knackpunkte eines erfolgreichen Gründens die persönliche Resilienzförderung: „Rückschläge dürfen nie ignoriert werden. Es geht darum, Lehren zu ziehen, sich von Rückschlägen sogar inspirieren zu lassen und sie für die Zukunft positiv auszugestalten.“ Engelbrecht bewegte mit seiner außergewöhnlichen Lebensgeschichte, sprach offen über seine Herzerkrankung und machte den Start-ups Mut, sich in schwierigen Zeiten Hilfe an die Seite zu holen.

 

Kollaboration von Industrie, Forschung und Unterstützungsinitiativen im Gründungsökosystem

„So dynamisch wie die Forschungsfelder, so wichtig sind Vernetzung und Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen“, sagt Sven Wagner von Sartorius. Dem folgten die Teilnehmenden unisono auch beim diesjährigen Life Science Start-up Day und betonten, wie wichtig dieser Schulterschluss sei.

Der Bedarf an Unterstützung der Start-ups im Bereich Lebenswissenschaften ist weiterhin hoch, denn Gründungen sind aufwändig, teuer und ressourcenintensiv. Umso wichtiger sind Partnerschaften auf Augenhöhe, die den Mut und Ideenreichtum der Unternehmer fördern. Dafür ist Göttingen, die „Stadt, die Wissen schafft“ mit ihrer Exzellenz-Universität, den Max-Planck-Instituten, vier Nobelpreisträgern, der Biomedizin und der Life Science Factory nicht erst seit heute ein vielversprechendes Pflaster.

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