Die Maker’s Factory „macht mein Leben viel leichter“
Die Maker’s Factory „macht mein Leben viel leichter“

29. Juni 2022

Life ScienceEntrepreneurshipAngebotInterview
Sammy Mahdi von Waterscope arbeitet täglich in der Prototypenwerkstatt der Life Science Factory

Für Sammy Mahdi ist die Maker’s Factory, die Prototypenmanufaktur der Life Science Factory im neuen Sartorius- uartier an der Göttinger Annastraße, der beste Arbeitsplatz, den er je hatte, sagt der 28-Jährige. Er ist Hardwareentwickler beim Start-up Waterscope und feilt derzeit am neuesten Prototyp. Dafür nutzt er die Möglichkeiten, die es sonst nirgendwo gibt: 3DDrucker und CNC-Fräse sind bei ihm in regem Gebrauch. Ein Besuch vor Ort.
Waterscope stellt ein handliches Gerät her, das den Bakteriengehalt in Wasserproben misst, analysiert und die Ergebnisse in kürzester Zeit liefert. Es ist eine Eigenentwicklung der 2015 in Cambridge gegründeten Firma. An der dortigen Universität habe er studiert, berichtet der promovierte Elektroingenieur. Geboren ist er in Bulgarien, mit der Erfindung, die genau so heißt wie die Firma selbst, reist er mittlerweile in der Welt umher.

Waterscope baut Spezialgeräte für Entwicklungsländer

„Gedacht ist das Gerät vor allem für Entwicklungsländer“, beschreibt er. In Deutschland könne man gefahrlos Leitungswasser trinken, „der Bakterienwert hier ist null“. In Äthiopien, Kenia oder im Sudan, wo derzeit die ersten Prototypen im Dauereinsatz sind, sehe das ganz anders aus. „Dort gibt es viele Bakterien im Wasser, die auch tödlich sein können.“ Der Kundenstamm der Erfindung sei klein, reiche aber von Regierungen – so war Mahdi vor kurzem in Kenia und stellte Waterscope bei der Nairobi Water Company vor – über gemeinnützige Institutionen wie Unicef bis hin zu Privatpersonen, die bei ihrem Campingurlaub die Wasserqualität messen wollen.

Das Gerät ist kompakt, kommt in einem kleinen schwarzen beständigen Koffer mit allen Elementen: Inkubatoren, Analyseeinheit, Membran, Mikroskop und Vakuumpumpe. In Sekundenschnelle sind die Bauteile miteinander verbunden, langwierige Vorbereitung und Laboranalysen im Anschluss entfallen. Der Strom kommt aus einem herkömmlichen Akku-Powerpack, die Ergebnisse werden direkt per Bluetooth-Verbindung aufs Handy oder den PC geschickt. Auch die Steuerung des Geräts ist per eigens entwickelter App über das Smartphone möglich. Dennoch ist Waterscope verhältnismäßig günstig: Mahdi rechnet mit einem Preis von etwa 2000 Euro, sobald die Serienreife erreicht ist. „Wenn alles richtig gut läuft, wollen wir Ende des Jahres auf den Markt.“ Und: „Wenn wir irgendwann anfangen, Geld damit zu verdienen, werden wir das in die Firma stecken“, fügt er hinzu. Privatinvestoren habe das Unternehmen nicht, ein Großteil der Förderung komme von der University of Cambridge.

Günstiger und schneller in der Maker’s Factory

Von Cambridge nach Göttingen ist er eher zufällig gekommen: „Meine Frau ist Deutsche“, sagt er, sie sei vor der Pandemie in die Universitätsstadt in Niedersachsen gezogen. Als Corona kam, habe er entschieden, zu ihr zu ziehen, schließlich „haben wir innerhalb der Firma vorher schon viel über Zoom kommuniziert“, erklärt Mahdi. Denn das Team ist klein: Die sechs Mitarbeiter verteilen sich auf England, Deutschland und Malaysia. Als er die Maker’s Factory zum ersten Mal sah, wusste er: „Das passt.“

An der Aluminiumfräse mache Mahdi kaum jemand mehr etwas vor, wirft Maker’s-Factory-Leiter Maximilian Bieker ein. „Das zu lernen, war nicht so einfach“, gibt Mahdi zu. Doch dort könne er beispielsweise Adapter fräsen und schnell an den verschiedenen 3DDruckern Teile zur Verfeinerung von Waterscope produzieren. Das war bislang mühsam – und teuer: „Wir mussten die Pläne an jemanden schicken, der das Teil dann herstellt. Das hat lange gedauert“, erläutertMahdi. Dieser Schritt falle nun weg: „Das macht mein Leben viel leichter.“ Und günstiger ist es auch: 170 Euro im Monat zahlt Mahdi für die tägliche Nutzung der Prototypenwerkstatt.

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