Zum Inhalt springen
  • LMU München und Life Science Factory verknüpfen im Rahmen einer Partnerschaft künftig ihre Netzwerke enger, um die Sichtbarkeit des Biotech-Standorts München zu stärken.
  • Die neue Zusammenarbeit soll die Translation biotechnologischer Forschung beschleunigen und Start-ups früher mit Infrastruktur, Netzwerken und Know-how verbinden.
  • Der EU Biotech Act gibt der Kooperation den politischen Rahmen und war Anlass für das gemeinsame Pressegespräch am 1. Juli im Rahmen der BayOConnect in München.

München, Juli 2026 – Die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und die Life Science Factory (LSF) haben eine strategische Partnerschaft geschlossen. Ziel ist es, Forschung, Gründung und unternehmerische Umsetzung im Life-Science-Bereich enger zu verzahnen. Damit wollen beide Partner dazu beitragen, dass biotechnologische Innovationen schneller aus dem Labor in die Anwendung gelangen und junge Gründungsteams einen besseren Zugang zu Infrastruktur, Netzwerken und Unterstützungsangeboten erhalten.

Die Kooperation wurde im Rahmen eines exklusiven Pressegesprächs während der BayOConnect vorgestellt. Das Format umfasste Impulse und Gespräche mit führenden Köpfen aus Wissenschaft und Branche, die den EU Biotech Act auf die Praxis herunterbrachen. Im gemeinsamen Austausch wurde der Frage nachgegangen, wie der politische Rahmen des EU Biotech Acts die Rahmenbedingungen für Translation, Skalierung und Wachstum von Biotech-Unternehmen verbessern kann und welche Rolle Partnerschaften wie die zwischen der LMU und der LSF dabei spielen. Sie fungieren als konkrete Umsetzungsstrukturen, die nicht auf den Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens warten, sondern bereits heute Brücken zwischen Wissenschaft, Gründung und Industrie bauen.

Vier Säulen für mehr Wirkung im Ökosystem

Die Kooperation ist entlang folgender vier Felder angelegt: Scouting, Validation, Networking und Visibility. Das Ziel besteht darin, wissenschaftlich getriebene Gründungspotenziale frühzeitig zu erkennen, gemeinsam zu prüfen, mit passenden Netzwerken zu verbinden und sichtbarer zu machen. Dadurch sollen Forschende, Start-ups und Partner aus dem Ökosystem besser zusammenfinden.

Dabei fließen kontinuierlich Impulse aus dem Start-up-, Investoren- und Industrieumfeld ein. Die Kooperation versteht sich nicht als abgeschlossenes Modell, sondern als offener Austauschprozess, der auf die Bedarfe des Biotech-Ökosystems reagiert und sich mit dessen Entwicklung weiter schärfen soll.

Zwei starke Partner für Forschung und Gründung

Die Ludwig-Maximilians-Universität München zählt zu den forschungsstärksten Universitäten Europas. Im Bereich der Lebenswissenschaften ist sie ein zentraler Akteur an der Schnittstelle zwischen Grundlagenforschung und Anwendung. [1] Die Life Science Factory, eine Initiative des Life-Science-Konzerns Sartorius, unterstützt Start-ups und wissenschaftlich geprägte Gründungsteams mit Labor- und Coworking-Flächen, Mentoring und Zugang zu Industrie- und Investoren-Netzwerken. [2] Gemeinsam wollen beide Institutionen ihre jeweiligen Stärken bündeln, um die Überführung wissenschaftlicher Erkenntnisse in Gründungen, Produkte und wirtschaftliche Wertschöpfung zu erleichtern.

„Mit der Kooperation zwischen der LMU und der Life Science Factory schaffen wir eine Verbindung von wissenschaftlicher Exzellenz und unternehmerischer Umsetzung, die für die Life Sciences entscheidend ist“, sagt Ellen Goel, Geschäftsführerin der Life Science Factory. „Wir wollen Forschende und Gründungsteams mit den Strukturen unterstützen, die sie benötigen, um ihre Ideen in die Praxis umzusetzen.“ Goel selbst bringt internationale Erfahrung aus Singapur in die Zusammenarbeit ein und kennt die Anforderungen daran, wie Translation global gedacht und in einem lokalen Innovationsökosystem wirksam umgesetzt werden kann.

Dr. Philipp Baaske, Vizepräsident für Entrepreneurship LMU München und Mitgründer der NanoTemper Technologies GmbH, einem weltweit führenden Anbieter biophysikalischer Messgeräte, ergänzt: „Der Transfer von Wissenschaft in Wirtschaft gelingt nicht nebenbei — er braucht verlässliche und schlanke Strukturen, gute Netzwerke und den engen Austausch zwischen Wissenschaft und Entrepreneurship. Gemeinsam mit der Life Science Factory schaffen wir genau das Ökosystem, das Gründungsteams brauchen, um ihre Ideen schneller in marktreife Lösungen zu übersetzen und die Unternehmen von morgen zu bauen.“

 

Gemeinsam Strukturen für Translation schaffen

Die Kooperation ist auf einen längerfristigen Austausch angelegt. Vorgesehen sind unter anderem gemeinsame Formate, die Vernetzung der jeweiligen Communities sowie der Aufbau von Zugängen für Forschende, Start-ups, Investoren und weitere Partner aus dem Biotech-Ökosystem. Ziel ist es, die Brücke zwischen akademischer Forschung und unternehmerischer Anwendung systematisch zu stärken.

Mit dieser Partnerschaft leisten die LMU und die Life Science Factory einen praktischen Beitrag dazu, die Ziele des EU Biotech Acts in konkrete Formate und tragfähige Strukturen zu übersetzen. Der europäische Rechtsrahmen soll die Bedingungen für klinische Studien, Innovation und Skalierung verbessern und die Wettbewerbsfähigkeit Europas im Biotech-Sektor stärken.

Quellen

[1] LMU: https://www.lmu.de/de/index.html.  

[2] Life Science Factory München: https://lifescience-factory.com/de/muenchen/.

+++

Die vom Life-Science-Konzern Sartorius initiierte Life Science Factory fördert den wissenschaftlichen Fortschritt und Firmengründungen im Life-Science-Bereich. Ziel ist es, Forschung und Entwicklung innovativer Technologien mit einem klaren Anwendungsfokus zu stärken und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern den Raum zu bieten, erste Schritte außerhalb akademischer Institutionen zu gehen. Seit 2022 bietet die Life Science Factory im Göttinger Sartorius Quartier modernste und vollausgestattete Laborflächen, Coworking-Plätze, multinutzbare Veranstaltungsflächen sowie eine Prototyping-Werkstatt. Regelmäßige Veranstaltungs-, Beratungs- und Workshop-Angebote bilden einen elementaren Bestandteil des Angebots der Life Science Factory. Seit Ende 2024 gibt es einen weiteren Standort in München in Kooperation mit Helmholtz Munich. Weitere Informationen zur Life Science Factory finden Sie unter https://lifescience-factory.com/de/muenchen/.  

+++

Die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) wurde 1472 vor mehr als 550 Jahren gegründet und zählt nicht nur zu den ältesten, sondern auch renommiertesten und größten Universitäten in Europa. Als Volluniversität deckt sie ein breites Spektrum von Wissensgebieten ab – von den Geistes- und Kultur- über Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften bis zu Medizin und den Naturwissenschaften. Etwa 840 Professorinnen und Professoren und rund 6.200 wissenschaftliche Mitarbeitende forschen und lehren an der LMU. 22 Prozent der knapp 53.000 Studierenden kommen aus dem Ausland – aus 140 Nationen. Seit 1901 haben 50 Nobelpreisträger im Laufe ihrer wissenschaftlichen Laufbahn an der LMU gewirkt. Der Erfolg der LMU in allen Phasen des Exzellenz-Wettbewerbs – seit 2006 durchgehend als „Exzellenzuniversität“ – dokumentiert die Forschungsstärke der LMU.

Life Science Start-up Day unterstreicht Bedeutung von Innovationen in Biotechnologie, Medizintechnik und Pharma

 

Ein Tag ganz im Zeichen von Life Sciences und Innovation, vollgepackt mit Insights, praxisnahen Expert*innen-Tipps zu aktuellen Trends, Finanzierung und Teamkultur sowie ausreichend Gelegenheit zum Austausch für mehr als 300 Gründer*innen, Gründungsinteressierte, Wissenschaftler*innen, Investor*innen und Unternehmensvertreter*innen. Niedersachsens größtes Netzwerk-Event im Bereich der Lebenswissenschaften in Göttingen ist erneut allen Erwartungen gerecht geworden.

 

Der Life Science Start-up Day, gemeinsam organisiert von Niedersachsen.next BioRegioN, Niedersachsen.next Startup, der Life Science Factory, Sartorius und KWS, bietet eine Plattform, über die die passenden Partner*innen zueinander finden. Ziel ist dabei, dass aus wissenschaftlichen Erkenntnissen Innovationen werden, die schließlich ihren Weg in die praktische Anwendung finden.

 

So innovativ ist Niedersachsen: Startups präsentieren ihre Ideen

Wie innovativ und erfolgreich Niedersachsen in den Forschungsfeldern „rote“ (Biotechnologie, Medizintechnik und Pharma) und „grüne“ (v. a. Landwirtschaft und grüne Biotechnologie) Life Sciences ist, haben verschiedene Startups bei ihren Pitches auf der Bühne unter Beweis gestellt. Dabei ging es unter anderem um das patientenspezifische Züchten von Herzgewebe aus menschlichen Zellen, um Therapien gegen Krankenhauskeime für chronisch Kranke und um die operationsfreie Behandlung von schweren Lebererkrankungen bei Kindern. Ebenfalls der Kindergesundheit verschrieben hat sich ein Startup, das ein Gerät zur kindgerechten Visualisierung des Blutzuckerwerts entwickelt hat, Notfallalarm inklusive. Damit soll Kindern mit Diabetes zum einen eine gesunde Beziehung zu ihrer Krankheit ermöglicht werden, zum anderen soll den Erkrankten, ihren Familien und Betreuenden die Überwachung des Blutzuckerspiegels einfach gemacht werden, ganz ohne Smartphone.

 

Staatssekretär Wunderling-Weilbier: Life Sciences bergen enormes Potenzial

Staatssekretär Matthias Wunderling-Weilbier aus dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Bauen bedankte sich ausdrücklich bei den Startups und ihren Unterstützenden für die Innovationskraft und das wissenschaftliche Know-how und bestätigte den Life Sciences eine besondere Bedeutung für Niedersachsen: „Das Land hat ein großes Interesse an einem starken Life-Sciences-Ökosystem – in der Fläche, in den Regionen und mit internationaler Strahlkraft. Denn: Life Sciences sind ein außerordentlich breites, dynamisches und zugleich faszinierendes Feld. Hier treffen unterschiedliche wissenschaftliche Disziplinen, Technologien und Anwendungsbereiche aufeinander. Wenn es gelingt, Erkenntnisse aus Forschung und Entwicklung in marktfähige Produkte zu überführen, entstehen enorme Potenziale für wirtschaftliches Wachstum und Wertschöpfung. Der Standort Südniedersachsen hat mit dem Zentrum Göttingen das niedersächsische Life-Sciences-Ökosystem in den jüngsten Jahren maßgeblich geprägt. Dazu gehört die Life Science Factory, die Startups eine exzellente Infrastruktur bietet. Und dazu gehört natürlich auch der Life Science Start-up Day, der die Vernetzung von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik fördert und die Region weit über die Landesgrenzen hinaus als Innovationsstandort sichtbar macht.“

 

Kapital, Know-how, Köpfe und Kontakte

In Podiumsdiskussionen, Impulsvorträgen und Netzwerkformaten gab es für die Startups jede Menge Tipps und Einblicke von den Expert*innen zur eigenen Darstellung und der Angabe des konkreten Mehrwerts ihrer Innovation, zur Fokussierung ihrer Projekte sowie zur bestmöglichen Nutzung der verschiedenen Fördermittel. Auf der anderen Seite wünschten sich die Startups einen noch schnelleren und transparenteren Zugang zu Kapital und Netzwerken sowie mehr Flexibilität in den Förderbedingungen und betonten die Wichtigkeit von Unterstützung bei Anträgen Verträgen und Patentverwertung. Einig waren sich alle Teilnehmenden darin, dass es nur durch bessere Vernetzung der unterschiedlichen Förderangebote gelingen könne, Lücken zu schließen und das Startup-Ökosystem zu stärken.

Göttingen, 21. Februar 2025 – Der 6. Life Science Start-up Day in der Sheddachhalle in Göttingen war ein voller Erfolg und zog rund 300 Teilnehmende aus den Bereichen Unternehmertum, Wissenschaft, Investitionen und Netzwerken an. Organisiert von Niedersachsen.next Startup & BioRegioN, der Life Science Factory, Sartorius und KWS, bot die Veranstaltung eine Plattform für Innovation und Zusammenarbeit im Bereich der Lebenswissenschaften.

Politische Einblicke und Ausblicke ins lokale Ökosystem

Der Tag begann mit einer inspirierenden Eröffnungsrede von Olaf Lies, dem Niedersächsischen Minister für Wirtschaft, der die Bedeutung von Innovationen im Life Science Sektor für die Region hervorhob. Seine politischen Einblicke setzten den Ton für einen Tag voller spannender Diskussionen und Präsentationen. In einer anschließenden Diskussion sprachen Experten und Expertinnen über die Schaffung eines unterstützenden Start-up Ökosystem. Das Projekt GOe FUTURE soll dabei unterstützen, aus wissenschaftlichen Erkenntnissen präventive, diagnostische, therapeutische sowie klima- und agrarwissenschaftliche Innovationen zu generieren. „Ich habe lange am Innovationsstandort Boston gelebt. Ich wünsche mir, dass sich die Region Südniedersachsen in 7-10 Jahren ähnlich anfühlt“, so Elisabeth Zeisberg, Dekanin für Transfer an der Universitätsmedizin Göttingen und Teil des Projektteams GOe FUTURE.

Bedarfsgerechte Unterstützung durch Brancheninsights

Branchenexperten teilten wertvolle Einblicke in die Gründung und Entwicklung von Start-ups. Ellen Goel und Tim Zinowsky gaben praktische Ratschläge zu rechtlichen Strukturen und Teamaufbau, während Lennart Weiß und Martha Smets über Investorenkriterien und IP-Strategien sprachen. Was aus ihrer Sicht Start-ups erfolgreich macht: Schnelle Entscheidungen, Passion in allen Bereichen, ein diverses Team und ein starkes Netzwerk.

Eine Podiumsdiskussion beleuchtete erfolgreiche Modelle für Industriepartnerschaften. Dabei wurden wesentliche Erfolgsfaktoren hervorgehoben: Ein gegenseitiges Verständnis ist entscheidend, ebenso wie die Bereitschaft zur Anpassung auf beiden Seiten. Start-ups müssen ihre oft noch in der Entwicklung befindlichen Technologien an die etablierten Strukturen der Industriepartner anpassen, während diese von der Agilität der Start-ups profitieren können. Zudem ist das Streben nach langfristigen Kooperationen von großer Bedeutung.

Herzstück des Start-up Days: Innovative Teams stellen sich vor

Die Start-up Pitches waren ein zentraler Bestandteil der Veranstaltung. Sechs innovative Teams präsentierten ihre bahnbrechenden Technologien, darunter Inhale+ mit Fortschritten in der Inhalationstherapie und Lumeox mit einem mobilen Bluttestgerät. Die interaktive Q&A-Sitzung ermöglichte es dem Publikum, direkt mit den Gründern in Kontakt zu treten.

Keynote: Von der Vision zum Einhorn

Thomas Thum begeisterte das Publikum mit seiner Keynote über seinen Werdegang mit Cardior Pharmaceuticals bis hin zum erfolgreichen Milliardenexit. Seine Erfahrungen als Serial Entrepreneur boten wertvolle Anregungen für Start-ups, die signifikantes Wachstum anstreben. Thums Apell am Ende an die Start-ups: „Eines der wichtigsten Dinge ist Networking, Networking, Networking.“

Die Veranstaltung bot den 300 Teilnehmenden zahlreiche Möglichkeiten sich auszutauschen und Kontakte zu knüpfen, darunter vereinbarte Einzelgespräche und informelle Diskussionen während des Mittagessens und freies Netzwerken am Nachmittag im Anschluss an das Bühnenprogramm.

Der Life Science Start-up Day 2025 war ein bedeutender Erfolg und unterstrich die Bedeutung von Innovation und Zusammenarbeit im Life Science Sektor. Die Organisatoren freuen sich bereits auf die nächste Ausgabe und darauf, die Life Science Community erneut zusammenzubringen.

Das Mentor Match Programm der IHK Hannover und der Life Science Factory hat nach einem inspirierenden Start seinen ersten bedeutenden Meilenstein erreicht. In den Räumlichkeiten der Life Science Factory trafen das Start-up GliTTher und das Northeimer Unternehmen Sabeu GmbH & Co. KG zum ersten Mal aufeinander. Initiiert wurde dieses Match, um eine gezielte Wissens- und Erfahrungsübertragung zu fördern sowie nachhaltige Synergien zwischen innovativen und erfahrenen Akteuren der Life Science-Branche zu schaffen.

GliTTher, ein Start-up, das sich der Entwicklung patientenbezogener Methoden zur Bekämpfung von Krebszellen und Tumoren widmet, verfolgt die Vision, neuartige Lösungen für die personalisierte Krebstherapie bereitzustellen. Dieses Vorhaben trifft auf das umfangreiche Branchenwissen der Sabeu GmbH & Co. KG, einem Anbieter von Filtermembranen und Kunststoffkomponenten, die unter anderem im Bereich der Lebenswissenschaften Anwendung finden.

„Die Fachgebiete beider Unternehmen überschneiden sich auf ideale Weise und bieten eine perfekte Grundlage für dieses gezielte Mentoring. Wir freuen uns auf weitere Matches und bereichernde Dialoge, die das Mentor Match Programm in den kommenden Monaten prägen werden“, hält Tatjana Kasper, Geschäftsführerin der Life Science Factory, fest.

Während des ersten Treffens profitierten beide Seiten von einem offenen und produktiven Austausch. GliTTher erhielt wertvolle Einblicke in die Optimierung von Produktionsprozessen und die Anforderungen an regulatorische Rahmenbedingungen. Gleichzeitig erhielt die Sabeu GmbH & Co. KG neue Impulse für innovative Anwendungsbereiche ihrer Produkte sowie ein tieferes Verständnis für die Herausforderungen und Bedürfnisse von Start-ups in der Life-Science-Branche.

„Dieses erste Mentoring-Gespräch markiert den Beginn einer vielversprechenden Initiative, die darauf abzielt, Wissen zu teilen, Potenziale zu erschließen und Brücken zwischen Start-ups und etablierten Unternehmen zu schlagen. Mit diesem Auftakt sind wir zuversichtlich, einen wichtigen Beitrag zur Förderung von Innovation und Zusammenarbeit in der Region zu leisten“, unterstreicht Christian Grascha, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Hannover und Leiter der Geschäftsstelle Göttingen, das Mentor Match Programm.

Göttingen, 29.10.2024 – Am Dienstag fand die Auftaktveranstaltung des neuen Mentoringprogramms der Life Science Factory und der Industrie- und Handelskammer (IHK) Hannover statt. Ab sofort haben Gründungsteams und Industrieunternehmen die Möglichkeit, sich für das Programm anzumelden. Das Programm „Mentor Match – startup meets industry“ zielt darauf ab, den Erfahrungsaustausch zwischen Life Science Start-ups und etablierten Unternehmen in der Region zu fördern und somit eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten zu schaffen.

Gezieltes Mentoringprogramm für den Erfahrungsaustausch von Life Science Start-ups mit etablierten Unternehmen

Das gezielte Mentoringprogramm bringt Start-ups aus der Life Science Factory mit erfahrenen Mentorinnen und Mentoren aus IHK-zugehörigen Unternehmen verschiedener Branchen zusammen. Ziel ist es, durch bedarfsgerechtes Mentoring den größtmöglichen Mehrwert für beide Seiten zu erzielen. Der Ansatz „matching as a service“ stellt sicher, dass jede Partnerschaft sorgfältig ausgewählt wird, um optimale Ergebnisse zu gewährleisten. Junge Unternehmen profitieren von der Expertise und dem Netzwerk erfahrener Mentorinnen und Mentoren. Diese Unterstützung hilft ihnen, Herausforderungen zu meistern, strategische Entscheidungen zu treffen und schneller zu wachsen. Erfahrene Mentorinnen und Mentoren aus der Industrie gewinnen neue Perspektiven und innovative Ideen, die sie in ihre eigenen Geschäftsstrategien integrieren können. Zudem bietet das Mentoring die Möglichkeit, zukünftige Geschäftspartnerinnen und -partner oder Investitionsmöglichkeiten frühzeitig zu identifizieren und die eigene Branchenkenntnis zu erweitern.

„Unser Mentoringprogramm bietet eine einzigartige Gelegenheit für Life Science Start-ups, von der Erfahrung und dem Wissen etablierter Unternehmen in Südniedersachsen zu profitieren. Durch den gezielten Austausch und die enge Zusammenarbeit schaffen wir ein starkes Netzwerk, das Innovation und Wachstum in der Region fördert. Wir sind stolz darauf, gemeinsam mit der IHK Hannover eine Plattform zu bieten, die nachhaltigen Erfolg und gegenseitiges Lernen ermöglicht.“ – Tatjana Kasper, Geschäftsführerin der Life Science Factory.

Auftaktveranstaltung mit Impulsvorträgen und Workshops

Am Tag der Auftaktveranstaltung wurde bereits der interdisziplinäre Austausch gefördert, auch über verschiedene Branchen hinweg. Claudia Görs von Teka Saunabau, eine Familienunternehmerin, die viel Wert auf eine gesunde und partizipative Unternehmenskultur legt, erzählte in ihrem Vortrag von ihrem persönlichen Werdegang als Unternehmerin und gab Impulse für Führungswerte und Unternehmenskultur. Den Blick von beiden Seiten teilte Artjom Avakian mit den Gästen. Als Teamleiter im Konzernumfeld und zeitgleich Gründer eines Life Science Start-ups kennt er sowohl die Industrie- als auch Gründerperspektive. Er motivierte zur Gründung, teilte seine Erfahrungen und zeigte Synergien auf. In den anschließenden Workshops konnten Start-ups und Unternehmen mit IHK-Zugehörigkeit direkt in den Austausch gehen und an aktuellen Fragestellungen in den Bereichen Teamaufbau, Marketing und Rapid Prototyping arbeiten. Christian Grascha, Leiter der Geschäftsstelle Göttingen der IHK Hannover, betonte: „Start-ups und Industrie können viel voneinander lernen. Als IHK wollen wir gemeinsam mit der Life Science Factory eine Brücke zwischen den vielen Life Science Start-ups und den etablierten Unternehmen der Region bauen. Das schafft ein starkes Ökosystem, auf dem regionales Wachstum möglich wird.“ Anmeldungen zum Programm sind ab sofort möglich.

Northeim. Am 13. August wurde im Rahmen der 20-Jahrfeier der SüdniedersachsenStiftung eine gemeinsame Absichtserklärung des Landes Niedersachsen und der Akteure des südniedersächsischen Life Science-Ökosystems unterzeichnet. Damit wird der Weg für das „Life Science Valley Niedersachsen“ geebnet, das Südniedersachsen bundesweit und international in die Spitze der Life Science-Regionen katapultieren soll. Ergänzend zu dieser Zielsetzung hat sich die Region auch auf einen neuen Slogan im Regionalmarketing geeinigt: „Wissen zu leben“ verbindet die Life Sciences und die hohe Lebensqualität vor Ort.

Ministerpräsident Stephan Weil machte deutlich: „Südniedersachsen ist für das Land ein hochspannender Raum, Göttingen das wichtigste Wissenschaftszentrum. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, dass die Initiative für das Life Science Valley aus der Region selbst kam, aber nicht auf die Region beschränkt bleibt. Sie berücksichtigt, dass wir auch noch andere leistungsstarke Life Science Zentren in Niedersachsen haben.“

Die Zielsetzung für das ambitionierte Vorhaben gab Göttingens Landrat Marcel Riethig vor, der zugleich Stiftungsratsvorsitzender der SüdniedersachsenStiftung ist: „In den nächsten zehn Jahren wollen wir unter die Top 3 der Life Science-Regionen in Deutschland kommen; Südniedersachsen soll ein Mekka für Start-ups in diesem Bereich werden.“ Diesen Ansatz unterstützt auch der Vorstandsvorsitzende der Sartorius AG, Dr. Joachim Kreuzburg: „Einige Bausteine, die wir hier in der Region haben, gibt es in Deutschland und selbst in Europa in der Form nicht. Deswegen können und sollten wir selbstbewusst große Ziele ins Auge fassen.“

Die Schlüssel zur Lösung vieler der großen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit liegen im Feld der Life Sciences: eine exzellente medizinische Versorgung, der demografische Wandel, Erhalt der Biodiversität und die Bewältigung des Klimawandels. Durch den Transfer von Innovationen aus Forschung und Entwicklung in marktfähige Dienstleistungen und Produkte eröffnet sich zudem ein enormes Potenzial für unternehmerisches Wachstum und regionale Wertschöpfung.

Das hat die Region Südniedersachsen bereits vor Jahren erkannt und im Rahmen einer Public Private Partnership ein dichtes Innovationssystem in den Life Sciences entwickelt, das den Wissenstransfer aus der Forschung in die Wirtschaft fördert und eine Ausgründungsdynamik angestoßen hat. Dadurch hat sich Südniedersachsen in den vergangenen Jahren als einer der führenden Life Science-Standorte in Niedersachsen etabliert; Biotechnologie, Gesundheitswirtschaft, Medizintechnik und nachhaltige Landwirtschaft sind herausragende Wachstums- und Schlüsselmärkte für die Region, etwa jeder vierte Arbeitsplatz in Südniedersachsen hat mit Life Sciences zu tun. Neben international beachteten Global Playern wie Sartorius, Ottobock und der KWS SAAT verfügt die Region auch in der Fläche über zahlreiche hochinnovative Unternehmen. „Neben dem Schulterschluss der Akteure wird die Life Science Valley GmbH, eine der aktuellen Zuwendungsempfänger des Landesprogramms für die Förderung von Hightech-Inkubatoren zur Beschleunigung von Entwicklungsforschung im Bereich der Life Science, dieses Potenzial ganz konkret heben helfen“, betonte deren Managing Director Tatjana Kasper.

Jetzt soll mit dem „Life Science Valley Niedersachsen“ der nächste Schritt erfolgen, mit dem sich die Region Südniedersachsen im Verbund mit anderen niedersächsischen Spitzeneinrichtungen bundesweit und international in die Spitze der Life Science Regionen bewegen will. Prof. Dr. Wolfgang Brück, Sprecher des Vorstandes der Universitätsmedizin Göttingen, hob hervor: „Wir denken nicht nur an Göttingen und die Region Südniedersachsen, sondern sind auch eng mit Partnern etwa in Hannover und Braunschweig vernetzt. Wir haben wissenschaftlich ein enormes Potenzial. Wenn wir unsere Wissenschaftler noch stärker für Ausgründungen und Patente sensibilisieren, kann es mittelfristig zu Rückflüssen in die Region kommen, die uns finanziell unabhängiger machen.“

Welche Chancen das Life Science Valley Niedersachsen für die gesamte Region bietet, hoben auch Göttingens Oberbürgermeisterin Petra Broistedt und Northeims Landrätin Astrid Klinkert-Kittel hervor. „Wir haben die Life Sciences als Alleinstellungsmerkmal für die Landkreise Göttingen und Northeim sowie die Stadt Göttingen erkannt und sind uns absolut einig, uns im regionalen Standortmarketing genau darauf zu fokussieren“, sagte Broistedt. Klinkert-Kittel betonte: „Unser neuer Slogan ‘Wissen zu leben‘ umfasst nicht nur die wissenschaftliche Komponente, sondern drückt auch die Stärken des ländlichen Raums wunderbar aus. Ich bin stolz auf die enge Zusammenarbeit der letzten Monate. Wirtschaft hört nicht an der Landkreisgrenze auf.“

Die Absichtserklärung unterzeichneten Ministerpräsident Stephan Weil gemeinsam mit Marcel Riethig, Prof. Dr. Wolfgang Brück, Dr. Joachim Kreuzburg, Tatjana Kasper und dem stv. Vorstandsvorsitzenden der SüdniedersachsenStiftung, Florian Renneberg.

Politik und Wirtschaft im direkten Dialog mit LifeScienceStart-ups 

Göttingen, Donnerstag, 18. Juli 2024. In der Life Science Factory haben am Dienstag Expertinnen und Experten aus Politik und Wirtschaft beim ersten Community-Roundtable über die Zukunft des Life-Science-Innovationsstandorts Deutschland diskutiert. Das Novum: Erstmals hatten Vertreterinnen und Vertreter der Geschäftsführungen geladener Start-ups die Möglichkeit, ihre Fragen, Pain Points und aktuellen Herausforderungen direkt zu adressieren und unmittelbar Feedback zu erhalten.  

„Mit unserem Community-Roundtable-Format bieten wir einen Rahmen, nicht nur über die Situation von Start-ups zu sprechen, sondern uns vielmehr direkt mit ihren Vertreterinnen und Vertretern sowie Geschäftsführungen auszutauschen”, erläutert Tatjana Kasper, Geschäftsführerin der Life Science Factory und der Life Science Valley das Konzept des Formats.  

 

Mehrwerte für die Gesellschaft generieren 

Unter dem Titel „Zwischen Turbo und Bremse: Start-ups in den Life Sciences – richtig fördern und fordern“ waren sich die Diskutierenden – Dr. Anna Christmann (MdB), Landrat Marcel Riethig, Dr. Christian Kannemeier (HTGF), Christoph Stresing für den Startup-Verband und Tatjana Kasper – aus ihren jeweiligen Perspektiven einig, dass es punktuell bereits sehr gute Anlaufstellen, Förderungen, Programme für Life-Science-Start-ups und Leuchtturmwettbewerbe für ihre Unterstützung gibt. Wichtig sei jetzt, die Einzelprojekte zu verstetigen, besser zu vernetzen und aufeinander abzustimmen sowie den Austausch zu fördern und für mehr Sichtbarkeit zu sorgen. Nur so ließe sich der Mehrwert realisieren, den Start-ups aus den Lebenswissenschaften der Gesellschaft in Form von neuen Therapie- und Behandlungsmöglichkeiten geben können. 

Wichtige Impulse brachte auch Dr. Anna Christmann (MdB), Beauftragte des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) für Digitale Wirtschaft und Start-ups, in die Runde. Bundesprogramme sowie Initiativen mit Projektpartnern aus Wissenschaft und Industrie sind für sie Schlüsselelemente, um die Forschungsqualität zu steigern, damit die Translation schneller gelingt. Das Potenzial deutscher Life Science Start-ups sei, so Christmann, längst nicht ausgeschöpft, auch wenn die aktuelle Regierung mit der Umsetzung ihrer Start-up-Strategie auf einem sehr guten Weg ist. 

In eigener Sache: Die Sicht der Start-ups 

Im Anschluss an den ersten Perspektivenabgleich und Ideenaustausch zwischen den Expertinnen und Experten aus Politik und Wirtschaft hatten die Geschäfts- und Projektleitungen ausgewählter Start-ups die Möglichkeit, ihre derzeitigen Herausforderungen und Hürden direkt zu adressieren oder auch von Erfolgen und praktikablen Lösungen zu berichten.  

„Bei diesen zielführenden Gesprächen wurde schnell klar, dass sich die Herausforderungen und Bedarfe oft ähneln, allerdings in ihrer Ausprägung stark differieren. Profitiert haben unterm Strich alle von diesem offenen und direkten Austausch. Herauskristallisiert haben sich insbesondere Bedarfe bei den Aspekten Talentgewinnung, Kapitalbeschaffung, IP-Transfer, Regulatorik, Mindset und Qualifizierung”, fasst Dr. Martin Strehle, Community Manager der Life Science Factory und Moderator des Roundtables zusammen. Hier gelte es zukünftig, Prozesse zu beschleunigen und Bürokratiehürden abzubauen. Durch gezieltere Vernetzung und Austausch kann zudem vermieden werden, dass Start-ups im Sinne des „Learning by burning“ bei Gründung und Skalierung die gleichen oder ähnliche Fehler begehen. 

 

Dialog weiterführen 

Alle Teilnehmenden waren sich über die Notwendigkeit einig, den Dialog auf unterschiedlichen Ebenen weiterzuführen und voranzutreiben. Nur so könnten unmittelbare Rückmeldungen an die Politik erfolgen und im Gegenzug wichtige Informationsquellen und Lösungswege direkt aufgezeigt werden. Das fördere das gegenseitige Verständnis und biete so unmittelbaren Nutzen für alle Beteiligten – damit sich die Region Göttingen und insgesamt ganz Deutschland zu einem führenden Standort exzellent aufgestellter Life-Science-Start-ups entwickelt.